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Forellenwahnsinn an Kleinstgewässern

Ich habe noch das Glück in einem dieser Vereine zu sein, wo Missgunst kein Platz hat und der Fischbesatz  aus Kleinfischen besteht die lediglich der Arterhaltung dienen. ( Schmerlen/ Elritzen etc). Die Population von Fischen die aus anglerischer Sicht interessant sind, ist seit über 10 Jahre selbsterhaltend. Die Alterspyramide ist ausgewogen und so weiß man nie, was einem als nächstes ans Band geht. Begleitet mich auf eine Kurzsession an meinen Bach und erlebt den Forellenwahnsinn mit.

Ein heftiger Regenschauer am Abend des Vortags hat meinen kleinen Bach, der an der breitesten Stelle 4 m breit und 1,2m tief ist, zu einer lehmbraunen Brühe verwandelt die unbefischbar ist.  Jetzt am Morgen des Folgetags scheint die Sonne, der Pegel ist noch leicht erhöht und das Wasser ist noch leicht eingetrübt. Die Bedingungen sind perfekt und so entschließe ich mich heute auf Forellenjagd zu gehen. Spinner der Größe 3 in silbern haben sich aus verschiedenen Gründen als die Topköder herausgestellt. Zum einen scheinen sie genau dem Geschmack der raublustigen Wildforellen zu entsprechen, zum andern verangelt man mit Zwilingshaken kaum Forellen, sodass man auch in Zukunft ein Forellenfischen der Extraklasse erleben kann.

Am Bach angekommen montiere ich Wirbel und Spinner, knipse einen Haken vom Drilling ab und drücke wie bei uns üblich die Widerhaken an, um die gefangenen Fische schnell und schonend im Wasser releasen zu können.

Schon der erste Wurf bringt nach wenigen Kurbelumdrehungen den ersten Fehlbiss und 2 Attacken später, windet sich die erste Bachforelle von knapp 30 cm am Haken. Auch die nächsten Würfe bringen Fehlbisse oder Fisch. Innerhalb einer Stunde kann ich etwa 15 Forellen fangen und releasen.  Da die großen Forellen jenseits der 50 cm Marke absolut Standorttreu sind, fahre ich diese Spots immer wieder gezielt an. Entgegen der landläufigen Meinung, sind Bachforellen keine Einzelgänger. Fische ähnlicher Größe teilen sich markante Strukturen, an denen sie Nahrung, Sauerstoff und Deckung haben. So kann man an einigen Stellen gleich mehrere Kapitale Schönheiten fangen. Auch an diesem Tag gelingt mir der Fang von mehreren Fische um die 50cm eine Granate von 60cm ist mir nicht vergönnt. Da ich fast immer alleine auf Forellenpirsch gehe verzichte ich zum Wohle der Fische auf langwierige Fotosessions, ein paar Bilder und einen Kurzfilm gibt es natürlich trotzdem 😉